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.:: Text Interview
Pulcher Femina
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Artist: Pulcher Femina
Interview:
zum neuen Album "Darkness Prevails"
Leo
interviewte Roberto zum aktuellen Longplayer und
fand einiges über das Projekt, das Album und auch über
Roberto selbst
heraus. Aber lest einfah selbst!
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Hi
Roberto, danke für deine Zeit! „Darkness Prevails“ wird dein
drittes
album seit 1999 sein. Hast du eine Weiterentwicklung oder
Veränderung
in der Zwischenzeit festgestellt?
Roberto: Ich
würde sagen, das ist unvermeidlich. Die Zeit beeinflusst einmal
jeden von uns. Ich hatte befürchtet, dass ich durch die lange
Pause die
Fähigkeit verloren hätte, Songs zu schreiben, aber das ist
zum Glück
bisher noch nicht passiert. Die Technologie wird immer besser und
obwohl meine Musik ziemlich simpel ist, verändert sie sich doch
auch
mit der Technologie.
Was bedeutet der
Name Pulcher Femina für dich und warum hast du ihn als Bandnamen
erwählt?
Roberto: Es
steht für Schönheit und Harmonie, zwei Dinge die ich an Musik
mag und
schätze. Es ist der Name einer Blume, die das Symbol für
diese
Eigenschaften ist. Es ist ein lateinischer Name und man mag sagen, dass
er grammatikalisch unkorrekt ist. Aber das macht nicht wirklich einen
Unterschied, weil es um den Inhalt und nicht um die Verpackung geht.
Worum geht es in den
Tracks des Albums? Gibt es ein Kernthema?
Roberto: Es
ist kein Geheimnis, dass für mich Texte nicht so wichtig sind wie
die
eigentliche Musik. Egal wie sehr ich an mir arbeite, ich spreche immer
wieder über Liebe und Schmerz, der von ihr ausgeht. Wer
weiß,
vielleicht ist es ja eine Reflexion von einigen wichtigen
ungelösten
Problemen in mir drin.
In welchen
Zusammenhang stehen denn die 13 Stücke mit dem Albumtitel?
Roberto: Während
viele Songs davon handeln, wie die Liebe schief geht, ist die
Dunkelheit ("oscurità"), die erwähnt wird, das Resultat der
Abwesenheit
von Liebe. Aber auch die Dunkelheit des Geistes, wenn er nicht in der
Lage ist, die grundlegendsten Lektionen des Lebens zu lernen. Im
Booklet jedoch, endet der Albumtitel mit "...in absence of light". Was
ich damit ausdrücken will ist, dass jedes Licht Gleichgewicht und
Harmonie zwischen Licht und Dunkelheit bringen kann. Die Leute haben
aber die Freiheit für sich zu entscheiden, welcher Art dieses
Licht für
sie ist.
Du verbindest Stile
wie Pop, Electro und Alternative. Wir beschreibst du deinen Musik mit
eigenen Worten?
Roberto: Human..
Es gab ja einen
Pause von sieben Jahren. Gab es einen speziellen Grund dafür?
Roberto: Ich
hatte viele Probleme und Rückschläge in meinem Leben, aber
mit
jedem Schritt zurück habe ich zwei nach vorn gemacht. Das brauchte
Zeit. Der Prozess der Evolution ist für mich noch lange nicht zu
Ende,
also werden noch viele Fehler auf mich zukommen – denn ohne Fehler kann
ich mich nicht verbessern.
Was war der Grund
für dich, wieder musikalisch kreativ zu werden und die Band
wiederzubeleben?
Roberto: Ich
habe das Material "Darkness Prevails" schon vor langer Zeit
geschrieben. Aber es ist egal, wie lange etwas braucht, um
veröffentlicht zu werden. Was zählt ist einfach nur, dass man
es jetzt
anhören kann.
Warum bist du
Musiker geworden und nicht zum Beispiel Bildhauer oder Maler? Was
glaubst du, ist für dich so wichtig an der Musik?
Roberto: Die
Antwort ist einfach: “Keine Ahnung”! Musik hat die Fähgkeit,
einfach alles darstellen zu können, ohne dass man es anfassen
kann,
ohne Form zu haben und ohne erklärt werden zu müssen. Sie ist
wie
Gefühl, wie das Konzept der Seele. Musik ist vibrierende Luft, du
weisst, dass es da ist, obwohl du es nicht sehen kannst. Du kannst ihre
physikalische Natur erklären, aber du kannst nicht erklären,
warum sie
Gefühle im Hörer hervorruft. Kunst ist für mich eine
Ausdrucksart des
Göttlichen im Menschen.
Was ist deine
Einstellung zur Kommerzialität in der Musik als Kunst?
Roberto: Ich
bevorzuge es, dass jede Musik frei für Jedermann zugänglich
ist.
Ich bin nur daran interesstiert, Profit mit Musik zu machen, wenn die
Musik als Teil einer Werbung, in einem Film oder anderen kommerziellen
Auswertung verwendet wird.
In deiner Biographie
kann man den Namen Anna Cerichelli lesen. Was kannst du uns über
sie verraten?
Roberto: Sie
war bei Pulcher Femina für die erste Platte. Ihr opern-artiger
Gesang war perfekt für den darkwaveartigen Stil des ersten Albums.
Das
2002er Album hatte ja eher Synthpop-Charakter und so habe ich
entschieden, allein weiter zu machen.
Wie kam der Kontakt
mit Volker Lutz von Evil’s Toy zustande?
Roberto: Meine
Plattenfirma hat persönlichen Kontakt zu ihm, weil er früher
in
meiner Heimatstadt für ihn Konzerte organisiert hatte. Wir
mögen seinen
Sound sehr und so erschien es uns eine gute Idee, etwas davon
“einzufangen”.
Du arbeitest
ja jetzt allein. Hast du das bewusst so gewählt als deine
bevorzugte
Arbeitsweise oder suchst du wieder aktiv nach Musikern, mit denen du
als Pulcher Femina zusammenarbeiten kannst?
Roberto: Musik
zu schreiben ist für mich ein sehr intimer Prozess, den ich nicht
mit Leuten teilen will, bevor er nicht beendet ist. Das wäre ja
so, als
ob ich entschied, die Wand orange zu streichen und dann von meinem
Bandkollegen soweit bearbeitet werde, bis ich dann doch gelb dafür
nehme. Dann sagen dir deine Freunde, wie gut das aussieht und du selbst
bis nicht wirklich damit zu frieden, weil es nicht so aussieht, wie du
es eigentlich wolltest!
Laß uns mal
zum Album “Darkness Prevails” zurückgehen und uns fünf Songs
raussuchen. Ich würde gern mehr darüber erfahren – über
deine Gedanken,
Ideen oder auch Gefühle bei diesen Stücken...
Bio-illogical
Progress:
Roberto: Es
ist so, als ob die Menschheit sich seit tausenden Jahren nicht in
geistiger, sondern nur in technologischer Hinsicht weiterentwickelt
hat. Warum? Warum geht alles den Weg, den es derzeit geht, wenn alles
was passiert, richtig ist? Vielleicht bin ich ja auf dem Holzweg und es
ist nicht wahr, dass es keine spirituelle Weiterentwicklung der
Menschheit gegeben hat…
Tragic Heroes:
Roberto: Die
Tatsache, dass wir überhaupt am Leben sind, macht uns schon zu
einer Art Held. Dann habe ich diesen Text geschrieben, aber nicht
über
einen Helden, der ein Durchschnittsmensch ist, sondern über Leute,
die
vor ernsten Situationen davonrennen, bei welchen sie keine Rechte und
keine andere Wahl haben, als wegzurennen und ihr leben zu riskieren. Um
die Chance zu haben, ein einfaches Leben in Würde zu leben.
Holy War:
Roberto: Der
endlose Kampf zwischen Gut und Böse. Der Versuch, die beiden
auseinander zu halten, mit der Angst, dass deine eigene Wahrheit
vielleicht die falsche sein könnte. Wie schwer ist es doch zu
akzeptieren, dass man vielleicht doch das Böse braucht, um das
Gute zu
erlangen. Die Angst, dass unser Konzept von Gut und Böse nicht
mehr ist
als das Resultat einen langen Prozesses der moralischen und
psychologischen Konditionierung, welcher lange vor unserer eigenen
Geburt begonnen hat.
Out Of Control:
Roberto: Jeder
kann die Kontrolle verlieren. Alkohol und Drogen. Am Ende sagst
du und tust du Dinge, die du bereust, für die du dich
schämst. Aber
nein, das war nicht ich, das waren die Drogen. Vielleicht der Teil von
uns, der sich zu ertrunken fühlt, dass er schließlich in all
seiner
Brutalität heraus bricht, erinnert uns am Ende an die Lektion, die
wir
uns weigern zu lernen.
Face the Fear:
Roberto: Noch
einmal die Liebe, gesehen als das einzige, was uns retten kann,
wenn Angst uns verwehrt glücklich zu sein. Angst, einen Fehler zu
machen, Angst zu leiden, Angst allein zu sein, Angst zu versagen und
die größte Angst von allen: Die Angst zu sterben.
Okay, während
wir über das Album reden, ist die nächste Frage
natürlich, ob du es auch live auf die Bühnen bringen wirst?
Roberto: Ich
möchte die Emotionen wieder spüren, wenn man die Musik
für Leute
singt, die es zu schätzen wissen. Aber ich weiß nicht, ob
ich schon
bereit dafür bin…
Magst du es nicht,
live aufzutreten und auf der Bühne zu stehen?
Roberto: Unglücklicherweise,
wie gerade erwähnt, ist es noch zu früh, etwas dazu
zu sagen. Aber ich möchte gern wieder live auftreten.
Was erwartest du in
Hinblick auf den Erfolg des Albums in der Szene?
Roberto: Ich
hoffe, dass jemand weint, jemandem ein Schauer über den
Rücken
läuft und jemand schwitzend dazu tanzt. Und ich erwarte auch, dass
es
jemanden geben wird, der keine Ahnung hat, dass es gerade ein Pulcher
Femina Song ist, der grade läuft.
Glaubst du,
dass es hinderlich ist, als Italienische Band zu arbeiten, wenn
man
berühmt und kommerziell erfolgreich sein möchte – im
Vergleich zu den
vielen deutschen Electro- und Synthipopbands?
Roberto: Ich
habe eine Weile gebraucht um zu verstehen und jetzt bin ich sehr
davon überzeugt, dass das wirklich Wichtige bei allem
künstlerischen,
vor allem auch der Musik, ist, dass man es teilt. Wenn du ein Kind
hast, wirst du dein Leben mit ihm oder ihr teilen. Wenn du jemanden
liebst, dann wirst du das mit ihm teilen. Egal wie klein dein Talent
ist, es ist gut, es zu teilen. Ich brauche das Gefühl nicht mehr,
populär zu sein und Geld mit meiner Musik zu verdienen. Der
Vorteil der
Popularität ist ja nur, dass es dir einfach nur hilft, dass viel
mehr
Menschen deine Gefühle teilen können – und das ist eigentlich
alles,
was zählt.
Vielen Dank
für deine Antworten und wir wünschen dir natürlich viel
Erfolg mit dem
neuen Album und darüber hinaus in der Zukunft!
Roberto: Danke, dass ihr euch für meine Musik
interessiert.
PS -
Wenn
ich über “meine Musik” spreche, dann denke ich daran eher wie
“mein
Leben” – etwas, was ich ja nicht wirklich besitze.
Pulcher Femina @ Myspace:

www.myspace.com/pulcherfemina
Pulcher Femina @ www:

www.pulcherfemina.com
by
PromoFabrik – Januar 2010
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