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.:: Text Interview
Die Perlen
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Artist: Die Perlen
Interview: E-Mailer zum aktuellen Album
"Zehn"
Lucy quetschte Ferdinand ein wenig
über das „zehn“te Album von die
perlen aus. Inwieweit dabei die Fans Mitsprache hatten, was es aus zehn
Jahren Banddasein alles zu berichten gibt und was es mit der Zahl „19“
oder auch dem LAUT machen oder abschalten aufsich hat, könnt ihr
im
folgendem Interview nachlesen...
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Hallo
Ferdinand, schön, dass wir in diesem Jahr noch einmal das
Vergnügen
haben, dir ein paar Fragen zu stellen. Grund dafür ist der neue
Longplayer „zehn“, welcher, wie es der Titel schon verrät,
für zehn
Jahre Banddasein steht, richtig?
Ferdinand: Richtig!
Damit aber nicht genug: Wenn man alle unsere Demos, CDs und
Singles zusammen zählt ist das auch unsere zehnte
Veröffentlichung.
Ihr habt bei der
Zusammenstellung der Tracks eng mit euren Fans zusammen gearbeitet. Was
kannst du uns darüber verraten?
Ferdinand:
Unser Ziel war es, von jedem Demo und jedem Album wenigstens ein
Stück
mit auf die Compilation zu packen. Also haben wir erst einmal eine
Vorauswahl von unseren bekanntesten Stücken getroffen, weil die
bei der
Abstimmung vermutlich ohnehin vorne dran gewesen wären. Für
die älteren
Stücke haben wir dann auf dem Dachboden und im Fundus gegraben und
diese dann ins Netz zur Abstimmung gestellt.
Wie fühlen sich
die zehn Jahre denn an?
Ferdinand: Seltsam!
Die Zeit ging so schnell vorbei. Allerdings waren es zehn
richtig tolle Jahre und dafür möchten wir uns bei allen
Beteiligten,
die uns begleitet haben bedanken.
Und wie fühlt
es sich an, dieses Stück „eurer Musikgeschichte“ in den
Händen zu halten?
Ferdinand: Na
ja, wir waren ja schon bei der Produktion sehr intensiv damit
konfrontiert. Allerdings sind wir dabei mit Stücken in
Berührung
gekommen, die wir selbst einige Jahre nicht mehr gehört hatten.
Dabei
wird einem erst bewusst wie man sich verändert hat.
An welches ganz
besondere Ereignis erinnerst du dich denn in diesen zehn Jahren?
Ferdinand: Das stressigste Konzert war zugleich auch
unser schönstes: Das Drop Dead Festival in Lissabon.
Und gibt es auch
eine besonders schlechte Erinnerung?
Ferdinand: Ich
kann mich aber auch noch ganz genau an unser drittes Konzert
erinnern. Damals haben wir an einem Band-Wettbewerb teilgenommen und
haben als einzige Electro-Band zusammen mit 6 Rock- und Metal-Bands
gespielt. Das gab im Vorfeld schon Stress mit dem Veranstalter wegen
Aufbau, Umbau Technik und so. Erwartungsgemäß haben wir
damals den
letzten Platz gemacht... Das hat uns aber eher beflügelt, nach dem
Motto: Musik ist, wenn man’s trotzdem macht!
Kommen wir noch
einmal auf eure Jubiläums-Compilation zu sprechen. Welche der
Songs sind die ganz alten Demotracks?
Ferdinand: „Puls
der Zeit“, „Kein Interesse“ und „Who is to blame?“ haben wir in
der Originalversion drauf, d.h. wir haben die Stücke zwar neu
abgemischt, aber die Originalaufnahmen verwendet. Bei „ugly mirror“
waren leider nur noch die Gesangsspuren vorhanden. Auch da haben wir
die Originale verwendet und den Rest so ursprünglich wie
möglich
eingespielt. „Bahnsteig 19“ ist leicht verändert und „ehrlich
gesagt“
war auf unserem ersten Demo, wurde aber 2006 völlig neu
aufgenommen –
diese Version wurde nie veröffentlicht und ist jetzt auf der
„zehn“.
Und welche sind
nigelnagelneu?
Ferdinand: „Allein sein“ – das erste Stück.
„zehn“ enthält
19 Tracks. Das ist eine ganze Menge! Wie kam es zu dieser Zahl?
Ferdinand: Wir
haben so viele Stücke drauf gepackt wie es technisch möglich
war.
Bei noch mehr Stücken könnte der ein oder andere CD-Player
Schwierigkeiten machen.
Trotzdem
werden sicher wieder einige Leute sagen dass dieses oder jenes
Stück fehlt...
Und welche Kriterien
habt ihr für die Reihenfolge der Tracks gehabt?
Ferdinand: Die
CD fängt in der Gegenwart an und geht dann immer weiter
zurück. Das
ganze ist also eine Zeitreise in die Vergangenheit.
Wie war es
für euch, die ganz alten Sachen noch einmal auszukramen? Habt ihr
euch
dabei gedacht „Oh cool, das haben wir damals toll gemacht“ oder war es
eher im Stile „Oh mein Gott! Was haben wir da nur fabriziert“?
Ferdinand: Ganz
ehrlich: Beim Durchhören waren schon auch Schocker dabei, aber die
haben wir schon herausgefiltert. Auf der „zehn“ ist letztlich eine
schöne und interessante Mischung enthalten.
Da sind wir ja auch
gleich beim richtigen Thema: Wie wichtig ist für euch der
Fortschritt, die Weiterentwicklung?
Ferdinand: Schwieriges
Thema. Wenn man anfängt Musik zu machen ist das natürlich
extrem wichtig – vor allem, um seine eigene Identität zu finden.
Wenn
man dann seinen eigenen Stil gefunden hat ist die Weiterentwicklung
eine Gradwanderung: Einerseits will man nicht auf der Stelle treten und
andererseits kann es sein, dass sich die Zuhörer nicht mehr
angesprochen fühlen.
Wir
haben jedoch immer gemacht was wir wollten und finden, dass das am
ehrlichsten ist.
Jetzt
gönnen wir uns erst mal eine Pause und in dieser Zeit werden wir
auch etwas experimentieren....
Gehen wir nun doch
einmal etwas näher auf ein paar einzelne Tracks ein, wenn es dich
nicht stört?
Ferdinand: Klar..
Was kannst du uns
zum Opener „Allein sein“ verraten. Wie ist der Text entstanden und auf
wen bezieht sich dieser?
Ferdinand: Da scheint Katja wohl in den Tiefen ihrer
Seele gegraben zu haben...
Was kann man unter
dem Titel „Schalt ab“ verstehen?
Ferdinand: Das
ist eine Coverversion von drunkness (meine erste Band) und handelt
davon, dass das Fernsehprogramm immer blöder wird. Übrigens,
ich glaube
in den letzten zwölf Monaten habe ich höchstens fünf
Stunden
ferngesehen. Irgendwie vergeht einem die Lust daran und man kann sich
das echt abgewöhnen.
„Revolution“ klingt
auch sehr spannend. Erzähle doch bitte einmal etwas über
diesen Song!
Ferdinand: Na
ja, das ist eher Ironie. Wir wollen die Leute mit absurden Texten
zum Nachdenken anregen, indem man Dinge zur Sprache bringt, ohne dabei
Jemandem seine Meinung aufzudrücken.
Der
Text lautet etwa:
Das
ist kein Lied über Revolution
Das
ist kein Lied über Ausbeutung
Das
ist kein Lied über Umweltverschmutzung
Das
ist kein Lied über Unterdrückung
Das
ist kein Lied über Hungersnot
Das
ist kein Lied über Völkermord
Das
ist kein Lied für eine andere Welt
Außerdem
hatte ich einfach Lust, mal wieder ein Stück in französischer
Sprache zu schreiben.
„Mach es laut!“ –
Das ist eine breit gefächerte Ansage. Was sollen die Hörer
LAUT machen?
Ferdinand: Noch
so ein Stück zum Nachdenken (grins). Vor allem live treibt es die
Mischer immer in den Wahnsinn, weil die immer denken, sie sollen Katjas
Gesang hochdrehen.
„we ‚hate’ the 80’s?
Warum hasst ihr die 80er Jahre oder ist dieses Statement eher ironisch
gemeint?
Ferdinand: ...wie
alle anderen auch! Wobei ein Stückchen Wahrheit drin liegt. Die
80er Jahre wurden unserer Meinung nach so lange gespielt, bis zumindest
wir sie nicht mehr hören wollten – obwohl wir diese Musik vorher
geliebt hatten.
Existiert der
„Bahnsteig 19“ aus gleichnamigen Titel wirklich? Wenn ja, was ist an
diesem so besonders?
Ferdinand: Ja,
den gibt es wirklich. Das Video dazu wurde übrigens fast
ausschließlich auf diesem Bahnsteig gedreht. Der Text ist aber
eher
abstrakt. Als ich vor ca. sechs Jahren von der Arbeit nach Hause fuhr,
lief gerade im Zündfunk (BR2) ein Werbespot, der darauf hinweisen
sollte, dass die Sendezeit von 17 auf 19 Uhr verlegt wird. Dazu gab es
einen Wettbewerb mit dem Motto: „Vertone die 19!“
Daraufhin
habe ich „Bahnsteig 19“ komponiert und wir haben damit den Wettbewerb
gewonnen....
And last but not
least, bitte ein paar Worte zum letzten Titel der CD „Ehrlich gesagt“...
Ferdinand: Na
ja, wir mögen diese strenge Schubladendenken nicht besonders.
Warum
soll jemand, der Gothicrock mag, nicht auch einen mainstramtauglichen
Popsong mögen dürfen (und umgekehrt!)? Vor allem in unserer
Anfangszeit
wurden wir oft sehr schnell in irgendeine unpassende Schublade gesteckt
und der Song ist dann als Protest dagegen entstanden.
Mit
Sicherheit waren die Themen gerade bei älteren den Songs zu
gegebener
Zeit hoch aktuell. Lassen sich diese auch in die heutige Zeit
projizieren?
Ferdinand: „Who
is to blame?“ habe ich unmittelbar nach dem 11. September 2001
geschrieben. Ich war damals geschockt, dass Gerhard Schröder den
USA
die „Uneingeschränkte Solidarität“ zusicherte, ohne zu
wissen, was
George Bush unternehmen würde.... „Puls der Zeit“ verliert dagegen
nie
an Aktualität. Unsere neueren Stücke sind jedoch eher
zeitlos....
Zurückblickend
auf das Jahr 2009 hattet ihr auch einige Liveauftritte. Wo ward ihr
überall und wo hat es euch am besten gefallen?
Ferdinand: 2009
war vor allem das Festival-Jahr. Ganz besonders gut hat uns dieses
Jahr das WGT gefallen, weil dort eine super Stimmung war. Auch das
Apocalyptic Festival im Mannheim haben wir in guter Erinnerung. Im
Ausland waren wir dieses Jahr in Wien und Kopenhagen.
Und wie ist euch das
Jahr 2009 unterm Strich ergangen?
Ferdinand: Wir
haben dieses Jahr eine EP, eine 7“Single und die „zehn“
veröffentlicht – mehr als je zuvor. Unsere CDs sind alle
ausverkauft.
Insgesamt war es also ein sehr gutes Jahr. Allerdings haben wir jetzt
auch eine Pause dringend nötig.
Schauen wir gen
2010: Was erwartet die Fanschar?
Ferdinand: Das
wissen wir selbst noch nicht. Zunächst wollen wir uns mal um die
Funkhaus-Gruppe kümmern. Das ist eine Zusammenarbeit mit einigen
anderen Bands. Ein Stück davon war bereits als B-Seite auf unserer
Single „Nur tote Männer sind schön“. Wenn es gut läuft,
wird es davon
nächstes Jahr mehr zu hören geben.
Vielen Dank für
deine Antworten und viel Erfolg mit „zehn“!
Du hast mit
Sicherheit noch ein paar abschließende Worte auf Lager?
Ferdinand: Ein ganz großes Dankeschön an
alle die uns bis jetzt begleitet haben!
by PromoFabrik - November 2009
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