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Artist: NTRSN
Interview:
zum neuen Album "People Like Gods"
Lucy
interviewte Pieter und Bram von NTRSN. Alles, was
ihr über deren langerwartetes Album wissen müsst, erfahrt irh
im
folgendenn Interview...
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Hallo
Jungs, wir freuen uns sehr, euch heute ein paar Fragen stellen zu
dürfen.
Pieter: Hallo Leute!
Bram: Hallo, schön euch zu treffen.
Pieter, stelle
unseren Lesern doch bitte einmal Bram vor..
Pieter: Ein normaler Junge mit schwarzen Haaren
und einer Brille lol :)
Und Bram, was kannst
du uns über Pieter erzählen?
Bram: Haha.
Er ist verrückt nach jedem elektronischem Instrument, welches
irgendwie
Krach erzeugt ;-) Das ist gut, denn anderseits würde es schwer
sein,
Musik zu machen. Er steckt zudem eine Menge Energie und Zeit in das
Machen guter Musik.
Das
ist
eine sehr gute Sache, er zeigt nicht nur Interesse an der kreativen
Seite der Musik, sondern auch in der technischen Seite. Ich bin sicher,
das ist sehr wichtig und es hat uns zudem gemacht, was wir heute sind.
Wenn man ein
wenig im Internet recherchiert, dann fallen auch noch zwei weitere
Namen. Und zwar: Maurizo Fasolo und Peter Van Bogaert. Inwieweit kann
man diese beiden Herren mit NTRSN verbinden?
Pieter: Ich
kenne Maurizio nun schon eine ganze Weile. Im Sommer tranken wir
Wein in meinem Garten :) Im letzten Jahr unterhielten wir uns
darüber,
ob wir mit Pankow weitermachen sollten. In der zweiten Hälfte von
2009
arbeitete ich an den ersten Pankow-Aufnahmen, ein paar alte Titel neu
zu erstellen. Die Idee war, wieder LIVE aufzutreten. Wir spielten
zusammen in Maastricht und da haben wir "Warm Leatherette" ausprobiert.
Das Ergebnis ist, dass Bram jetzt der neue Sänger von Pankow ist.
Ich
werde nicht LIVE mit Pankow spielen, weil meine Arbeit für NTRSN
schon
eine Menge Zeit in Anspruch nimmt.
Über
Peter van Bogaert (Liquid-g): Das war eine kurze und starke Verbindung.
Ich
kenne
ihn von Dirk Iven’s Label, Minimal Maximal. Vor ein paar Jahren hatten
wir ein Live-Konzert, um die Picture-Vinyl-Compilation "Shadows in the
dark" zu promoten. Auf dieser Vinyl war auch ein Song von NTRSN:
"Discipline". Peter ist ein Fan von lauten Tönen, wie den
"Discipline"-Track, also machten wir einen Song zusammen: "Flashback".
Er schickt mir kurze Midi-Dateien und eine Drum-Line und wir arbeiteten
damit, mit der Idee, typischen belgischen Oldskool Sound zu machen und
Flashback war geboren.
Eure Gründung
ist auf das Jahr 2001 zurück zu datieren. Warum hat euer
Debütalbum fast neun Jahre auf sich warten lassen?
Pieter: Es
gab ganz einfach kein Interesse seitens der Label in Belgien. Diese
suchten nach Trance-Bands in schwarzen Klamotten. Hahahahaha!! Wir
begannen mit NTRSN im Jahr 2001.
Seit
Jahren
arbeitete ich an Dance-Titeln für den schnellen Verbrauch (und ich
mag
das nicht). Die meisten dieser Menschen haben keine Ahnung über
die
elektronische Musik Geschichte, wie es vor House, Techno,
Minimal, der
DJ-Kultur, ...... war. Sie glauben, sie sind Götter (vielleicht
könnt
ihr nun die Verknüpfung zu „People Like Gods“ sehen) und nun
versinken
die DJ Hochburgen schnell wieder im Schlamm. Auch das politische Klima
der Welt von heute ist ein guter Zeitpunkt dafür EBM, Oldskool
Industrial und New Wave wieder aufleben zu lassen. Die Musikwelt bewegt
sich langsam wieder Richtung Schwarz und das gefällt mir. Die neun
Jahre, die wir auf NTRSN gewartet haben, war eine gute Sache für
mich,
ich hatte Zeit zu lernen!
Bram: Allerdings.
In der heutigen Welt und Wirtschaftssituation, ist es
schwer, etwas auf einem physischen Medium zu veröffentlichen. Wie
Pieter sagt, ist es nicht schlecht, wenn man eine Weile wartet.
Dafür
konnten wir uns wirklich die Zeit nehmen, um es so zu machen, wie wir
es wollten.
Wie habt ihr
zueinander gefunden?
Bram: Eigentlich
durch Zufall. Wir trafen uns auf einer Messe durch einen
gemeinsamen Freund. Einige Tage später trafen wir uns in der Stadt
in
der wir beide wohnen im Supermarkt wieder. Pieter fragte mich, ob ich
ihn nicht mal besuchen wollte, um einen Blick auf sein Studio zu
werfen. Mir sprangen an diesem Tag fast die Augen aus dem Gesicht.
Für
mich war es der Beginn einer Offenbarung. Ich kannte niemanden, der das
selbe Interesse an elektronischer Musik hatte, so wie ich das hatte. So
ist es sehr schwierig, Dinge zu entdecken. Man kann, aber das geht nur
sehr langsam. Ich musste schnell wieder nach Hause gehen, aber wir
hatten uns drei Stunden über Musik und all solche Dinge
unterhalten. Es
war großartig! Von diesem Zeitpunkt an, trafen wir uns fast jede
Woche.
Pieter: Jahre
zuvor spielte ich in LIVE Bands wie „Carbon twelve“ und „dkw“.
Das war aber nur regional und keines der Bandmitglieder hatte den
Drang, mehr zu kreieren. Das war so frustrierend, dass ich alles dabei
belassen habe. Mein Plan war es, alles wieder aufzunehmen, wenn die
Zeit richtig war. Und das ist das Ergebnis.
Nun haben wir
ja alle ein wenig kennen gelernt. Was mich nun interessiert ist, wie
sich die Musik von NTRSN am Besten beschreiben lässt?
Bram: Das
ist schwer zu sagen. Wir machen Musik aus Spaß und wir wollen
keine
Musik für ein bestimmtes Genre machen. Wir machen einfach das,
worauf
wir Lust haben. Aus diesem Grund ist es wirklich schön, dass wir
positive Reaktionen von Leuten bekommen, denn es ist nur eine
Übersetzung unserer verrückten Gedanken in Musik. Ich denke,
dass jeder
es beschreiben soll, wie er es will. Ich glaube nicht, dass wir sind
wahrer EBM oder Industrial oder New Wave sind. Wir nehmen einfach nur
alles auf, was wir um uns herum sehen, hören und fühlen. Und
dann
setzen wir das in unsere Musik um.
Ganz im Stile
des Oldschool-EBM verwendet ihr auch wirklich nur die analogen Mittel
zum Musizieren. Was haltet ihr von der moderen Computertechnik?
Pieter: Ja,
wir nutzen keinerlei Software-Synthesizer. Wir kommen mit unseren
Hardware-Maschinen recht schnell voran. Die meisten Leute sagen „Das
ist Bullshit“. Aber das ist es nicht. Vor allem brauchen wir keine
Tonne von Plug-ins, um unseren Sound aufzupumpen.
Der
Klang
der alten Maschinen ist stark und sie machen nichts als Lärm zu
erzeugen ;-) Es ist eine Art Horror in diesen Maschinen, welchen man
nicht mit Software kreieren kann. Es ist meistens so, dass Software zu
sauber und zu digital ist. Sie erzeugt kein Brummen, kein Side FX,
nichts. Die meisten Leute werden sagen „Aaach! Höre dir den echten
Yamaha DX7 und dessen Software-Emulation an“. Du kannst ganz klar den
typischen Sound der DX7-AD-Converter heraushören, die
Software-Version
ist einfach nur dein Computer ;-)
Die
meisten
der Hardware-Synthesizer wurden nur für eine kurze Zeit verwendet.
Vor
vielen Jahren ging sehr schnell mit der Entwicklung dieser Instrumente
voran. Das ist das Schöne an den Synthesizern der 80er Jahre: Sie
haben
sehr unterschiedliche Charaktere.
Auf
der anderen Seite freuen wir uns, dass die meisten Menschen an
virtuelle Synths glauben ;-)
Euer Bandname
besteht aus den einzelnen Buchstaben N T R S und N. Sind diese eine Art
Abkürzung?
Pieter: Unser
erster Name war INTRUSION. Anfangs gab es einen anderen Sänger,
JB war sein Name (ex-Mitglied der belgischen Experimental Band "Kill
Vision").
Er
verließ die Band, denn er hatte keine Zeit, weiter Musik zu
machen.
Und zusammen
ergeben diese Buchstaben das gesprochene Wort „intrusion“ (zu deutsch
„Eindringen“ oder auch „Eingriff“). Was genau kann man unter diesem
Buchstaben-Wortspiel verstehen?
Pieter: Wir
lieben das :-) Wir wollen hier aber keine Worte erklären. Es ist
besser, wenn der Leser seien eigene Fantasie benutzt. Er kann denken,
was er will!
Bram: Das passt auch in die Philosophie der
frühen elektronischen Musik, denke ich. Man muss ein bisschen
geheimnisvoll bleiben.
An dieser
Stelle herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Debüt-Album
„People Like
Gods“. Welche Leute genau vergleicht ihr auf dem Album mit Gott?
Bram: Leute
mögen es, Dinge anzubeten. Wenn es kein Gegenstand ist es etwas
anderes. Sie verwandeln einfach alles in Götter. Das gibt ihnen
ein
gesicherteres Gefühl. Auch Idole können für manche Leute
Götter sein,
was schon ganz schön verrückt ist.
Es ist
eine
klare Botschaft, die wir haben „Stehe zu dir selbst“. Wir sind, wer wir
sind, und kein anderer Mensch oder Gott kann das ändern. Sie
können
unsere Kleidung stehlen und uns alles wegnehmen, aber man bleibt, wer
man ist. Man braucht sich nicht vor sich selbst oder einem Gott zu
rechtfertigen.
Pieter: Es
gibt auch eine Menge Leute, die denken, dass sie ein Gott sind. Wir
mögen das nicht! Mach einfach dein eigenes Ding. Mache Musik und
nutze
Zeit, etwas Neues zu schaffen!
Und welche Themen
werden sonst noch angeschnitten?
Bram:
Einfach alles, wie ich bereits schon erwähnte. Wir wandeln alles,
was
um und herum passiert, um. Das kann politisch, emotional, ... sein.
Für
mich ist es nicht wichtig, um welche Themen es geht. Es ist viel
wichtiger, was die Musik auf die Lyrics reflektiert und auf umgekehrt.
Es muss einfach eins sein. Es ist wie wenn man seine Ideen und seine
Gefühle auf das Publikum überträgt.
Ok, kommen
wir doch einmal zu den einzelnen Tracks, Neben sehr eingängigen
Songs,
gibt es auch eine Reihe experimentell klingender Soundtüfteleien.
Ich greife
nun von beiden Sorten einmal jeweils ein paar heraus und würde
mich
über ein kurzes Statement zur Songentstehung, zur Geschichte oder
zur
Besonderheit dieser Songs sehr freuen....
Fangen wir mit den
eingängigen Stücken an:
Der Opener
„Flashback“:
Pieter: Der
Flashback Song ist aus zwei kurzen MIDI-Schleifen von Peter entstanden.
Ich hebe da mit zwei Geräten in meine Studio gearbeitet: Dave
Smith
Evolver und dem Waldorf Pulse. Ich habe auch eine Vintage
Drummaschine
benutzt und musste die Einzelspuren auf einem Technics-Kassettendeck
aufnehmen, um dem Track etwas Rauschen zu geben. Grundlage des Songs
sind die guten alten Tage in Belgien zwischen 1986 und 1991. Also vor
den Tagen des New Beat. Hier in Belgien konnte man recht einfach
Platten von The Neon Judgement, Klinik oder Front242 etc pp. finden.
Belgien war damals eine Goldgrube für viele Industrial- und
EBM-Fans!
Bram: Das
war ein schönes Stück, um Vocals dazu zu schreiben. Wir haben
die an
nur einem Abend mit Peter aufgenommen. Er hat eine gute Stimme für
solche Art Musik.
Titeltrack „People
Like Gods“:
Pieter: Der
Track “People Like Gods” ist einer meiner Lieblinge auf dem Album. Er
entstand auf drei Oberheim-Maschinen: Matrix 6, OB-MX und DX Drum. Ich
bin ein großer Fan von Tom Oberheim’s Arbeit. Eine Vielzahl
Industrial-
und New Wave Leute haben diese Synthies in den frühen 80er
benutzt. Sie
sind gut gebaut und haben einen düsteren und hochwertigen Klang.
Und so
wurde „People Like Gods“ geboren!
Bram: Yeah,
der Song ist ein wirklicher Synth-Song. Er hat eine eigene
Atmosphäre. Wenn du deine Augen schließt und ihn sehr laut
hörst,
kannst du spüren, wie es fließt. Und das sogar ohne Pillen
;-)
Ohrwurm „You See Me“:
Pieter: Für
mich fühlt er sich wie Crossover an. Ich kann nicht sagen, dass
das
Stück brillant ist, aber er ist einfach simpel. Nimm eine typische
EBM-Sequenz, mix sie mit pumpenden Drums und lauten Vocals. Dazu noch
ein bisschen Bier und du hast es! Entweder liebt man ihn oder hasst
ihn, denke ich!
Und nun zu den eher
experimentellen Tracks:
„Chaosfields“:
Bram: Mein
Liebling. Als wir das Stück das erste Mal live gespielt haben, war
ich
echt schockiert. Die Bühne vibrierte von den Subwoofern darunter.
Absolut großartig! Die Tatsache, dass er auch nur auf einer
einzigen
Maschine entstanden ist, macht ihr umso besser. Ich habe den Song nun
schon 1000 Mal gehört, aber er packt mich noch immer an der Kehle
und
nimmt mir die Luft.
Pieter: Dieser
Track bläst dir die Eier aus der Unterhose. Bram weiß das,
hahaha! Da ist eine sehr tiefe Bassline drauf, die du nur live erleben
kannst. Es ist ein Drachen. Langsam und psychosomatisch. Nur mit einer
Maschine gemacht, dem italienischen Oberheim OB12.
„Black Hole“:
Pieter: „Black
Hole“ war schmerzfrei. Ich habe ihn an einem Tag geschrieben.
Ich hab mit meinen Roland Digitaldrums gespielt und eine kurze
Basslinie dazu getan, die von meinem alten Roland JV80 stammte. Langsam
entwickelte sich der Song dann in etwas Hypnotisches und ich sagte zu
mir selbst „Gut, das war’s“ – und fertig war er.
„-untitled-“:
Pieter: Das
ist das offizielle Intro zu unserem Gig in Maastricht in 2009 gewesen.
Für mich gesprochen braucht er keinen Namen. Es ist ein
Augenblick, ein
Blick zum Horizont. Ich will damit über die Welt nachdenken, unser
Leben und wer wir in dieser Welt eigentlich sind...
Der Song „We Hate
You“ sticht aus dem Rest der Songs förmlich heraus. Was könnt
ihr uns dazu sagen?
Pieter: Ja
ich weiß, das ist elektronischer Rock’n’Roll. Hahahaha, ein
tanzbarer
Song mit einer Message: Wir hassen Politiker und korrupte Gemüter!
Weshalb wurde der
Track „Never Before“ in zwei Parts geteilt?
Pieter: Dieser
Track ist, ich denke, vier oder fünf Jahre alt!!! Es gab noch
noch eine vergessene Vocal-Spur von Bram auf meinen Kassetten. Maurizio
und ich stellten den Song vier Jahre später auf den gleichen
Maschinen
wieder her, hahahaha.
Bram: Es
ist immer großartig zu erleben, wie andere deine Tracks sehen.
Maurizio
und Pieter haben eine gute Arbeit geleistet. Obwohl das Gefühl der
beiden Songs das gleiche ist, kann man ganz klar etwas anderes
hören.
Und warum
liegen beide Parts soweit auf dem Album auseinander? Kann man die
Track-Reihenfolge als durchgehenden zusammenhängenden Kontext
verstehen?
Bram: Die
Reihenfolge der Songs ist uns sehr wichtig. Wir wollen die Zuhörer
in
unsere Welt ziehen. Ich hoffe, das ist uns wenigstens ein bisschen
gelungen?
Also, ich
kann es nur noch einmal betonen: Eine wirklich geniale Scheibe! Damit
habt ihr echt einen guten Start an den Tag gelegt. Meint ihr, ihr
könnt
dieses Album jemals toppen?
Bram: Danke.
Wir wissen das zu schätzen! Ich denke, es sollte dein Ziel sein,
jedes Album und jeden Song besser zu machen als den Vorgänger. Ich
denke, Pieter wird der selben Meinung sein.
Pieter: Ja,
jeder Track ist unterschiedlich. Und ja, ich brauche das. Ich
möchte
keine CD mit 14 Tracks mit demselben Sound. Nein, nein. Und ich denke,
das nächste Album wird besser, ja ;-)
Werdet ihr das Album
auch live präsentieren? Wenn ja, wo wird man euch zu sehen
bekommen?
Pieter: Wir
sind von Belgien und wie wollen LIVE spielen. Die einzige Sache ist,
dass sie hier in Belgien Angst davor haben, uns zu fragen :-)
Bram: Hahahaha!
Vielen Dank für
das Beantworten unserer Fragen. Bitte gebt uns doch zum Abschluss noch
einen kurzen Ausblick gen Zukunft!
Pieter: Dir auch vielen Danke, es war wirklich
sehr schön, dich zu treffen!
Die
neuesten Nachrichten über NTRSN sind, dass wir an einem sehr
seltsamen
Album namens "“WHITE TRACKS FOR BLACK COVER" arbeitenDas wird ein sehr
limitiertes Ding. Ein Sammlerstück für die ersten Fans
;-)
Viel Erfolg Jungs
und weiter so!
Pieter: Ciao, Ciao.
Bram: Danke.
NTRSN @ www:

http://www.ntrsn.com
NTRSN @ Myspace:

http://www.myspace.com/ntrsn
by
PromoFabrik - Februar 2010
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