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.:: Text Interview
Dexy Corp_
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Artist: Dexy Corp_
Interview: Mailer zum Album "Fragmentation"
Lucy
interviewte die KRANK_,
AbsynthetiK_ und ERSATZ_ über ihr Debüt-Album "Fragmentaion",
sowie
darüber, warum die Arbeiten daran sechs JAhre dauerten und was
DEXY
CORP_ an der Gesellschaft kritisieren und mit ihren Songs zum Ausdruck
bringen wollen. Ein sehr interessantes Interview, welches die Berg- und
Tal Fahrt der Band widerspiegelt und so einige Facetten, Missetaten und
Geschehnisse ans Tageslicht bringt!
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Hallo
Jungs, schön, dass ihr uns jetzt und hier ein paar Fragen
beantwortet.
Gehen wir doch einmal zurück ins Jahr 2002. In diesem habt ihr
euch
gegründet. Wie kam es dazu?
KRANK_: Wir
waren damals alle Studenten an der Uni und hingen in den gleichen Bars
rum. Wir kannten uns und hatten in verschiedenen Bands gespielt.
AbsynthetiK und ich haben in einer verrückten Metalband gespielt,
in
der ich Gitarrist war. Ersatz_ stieg in einer anderen Metalband als
Bassist ein. Irgendwann trennten sich diese ganzen Bands praktisch zur
selben Zeit und er kam eines Tages mit einem Song vorbei, an dem er
gerade arbeitete. So kam es einfach dazu, dass wir entschieden,
zusammen zu spielen und eher die künstlerische Richtung zu gehen,
die
eh besser zu unseren persönlichen Vorlieben passte.
Was bedeutet der
Name DEXY CORP_ für euch?
KRANK_: Bevor
wir diesen Namen fanden, der uns wirklich liegt, hatte Mx_ (unser
ehemaliger Elektronikfrickler) die Idee den Namen B-Dirt Machine zu
nehmen. Wir waren nie ganz damit zufrieden und haben weiter nach einem
kürzeren Namen gesucht, der einprägsamer sein sollte. Einige
von uns
haben ab und zu Amphetamine genommen, und während wir einen coolen
Abend mit hyperaktiven Freunden verbrachten und versuchten, einen Namen
für deren neue Band zu finden, sagte AbsynthetiK plötzlich
„DEXY“, was
Slang für ein bestimmtes Produkt ist. Um dann in Einklang mit dem
Cyberpunk-Konzept zu bleiben, für das ich zu dem Zeitpunkt die
Musik
gestaltete, schlug ich den Zusatz „CORP“ und den Unterstrich in
Anlehnung an den 8bit-Computer Cursor vor, sodass wir letztlich beim
Namen DEXY CORP_ gelandet sind. Und das passte eigentlich alles
ziemlich zusammen, was wir machen wollten: Cyberpunk Sciene Fiction,
die Gedanken über unsere Lebensbedingungen offenbart, aus der das
Ganze
einen Scheiß gibt, und dazu noch gewalttätiger
Industrialrock.
Im Jahr 2003
erschien eure Debüt-EP „Jigger“. Nun sind sechs Jahre vergangen
und
euer Debütalbum „Fragmentation“ erblickt das Licht der Welt.
Warum
habt ihr damit so lange warten lassen?
KRANK_: Wir
hatten viele Höhen und Tiefen während der sechs Jahre.
Zunächst einmal
haben wir viele Songs geschrieben, aber wir behielten nur etwa die
Hälfte davon aus verschiedensten Gründen. Und daneben mussten
wir als
kleine Band natürlich erstmal alle technischen und musikalischen
Geschicklichkeiten erlernen, um ein vernünftiges Album aufnehmen
zu
können. Als dann die Aufnahmen abgeschlossen waren, mussten wir
ein
ganzes Jahr warten, um den Mix und das Mastering bei Lewsor im What a
Fate Studio in London fertig zu stellen. „Fragmentation“ war
zunächst
eine Eigenveröffentlichung, wir hatten damals noch kein Label.
Also
mussten wir erstmal Geld verdienen, um es herauszubringen. Wir haben
auch einige Umbesetzungen gehabt, unser Gitarrist und
Elektronikfrickler verließ die Band. Und so mussten wir uns auch
als
Liveband umstellen.
Dann
haben
wir mit Underclass für den Vertrieb in Frankreich gearbeitet,
bevor wir
schließlich BlackRain trafen, was eine Befreiung für uns
war. BlackRain
gab dem Album ein Remastering und die Möglichkeit, pandemisch
weltweit
verbreitet zu werden (lach)!
Seid ihr eurem Stil
über die Jahre treu geblieben oder hat sich etwas geändert?
AbsynthetiK_: Ich
würde sagen, es ist unterschiedlich gleich. Haha. Die Band wuchs
in
verschiedener Hinsicht weiter und wir lernen noch immer dazu. Die Songs
sind besser ausgearbeitet in der Art, wie sie geschrieben und
arrangiert sind. Unser spezieller Sound ist jetzt viel besser
„designed“ als zu Zeiten der JigGeR EP. Und es wird immer besser mit
jedem Song, den wir schreiben. So, ja, wir machen eigentlich noch immer
dasselbe Zeug, was wir vorher gemacht haben, aber es ist wie Wein der
älter wird: Wir reifen und werden besser.
Musikalisch geht es
sowohl rockig als auch elektronisch voran. Gibt es musikalische
Einflüsse seitens Bands?
Ersatz_: Hinsichtlich unseres Sounds sind wir
beeinflusst von Bands wie 16 Volt, Ministry, Nine Inch Nails oder
Static-X...
Wie würdet ihr
eure Musik mit drei Worten selbst beschreiben?
Ersatz_: Musik, um Euren Hass raus zu lassen.
AbsynthetiK_: Ein Herzschlag im Mixer...
Wer ist eure
Zielgruppe? Eher die elektronische Fraktion oder doch eher die
Metal-Heads?
AbsynthetiK_: Nun,
wir fühlen uns gleichermaßen auf Gothic oder Metal-Konzerten
wohl,
aber auch wenn wir die Bühne mit elektronischen Bands teilen. Wir
sind
mit Metal aufgewachsen und fühlen uns da verwurzelt, aber wir
mischen
Elektronik und fette Gitarren ja nicht ohne Grund. Je älter wir
werden,
desto mehr hören wir auch elektronische Musik. Es stört uns
eigentlich
nicht, in die eine oder andere Ecke gedrängt zu werden, aber
meistens
findet man unsere CD in den Metal-Abteilungen, weil Rock’n’Roll nun mal
an erster Stelle steht, Mann!!
Welche CDs habt ihr
euch persönlich in den letzten Monaten zugelegt?
Krank_: Das war bei mir ein „Lamb of God“ Album.
Ersatz_: Ich
habe mit das Gary Newman Livealbum „The height of Callousness“
zugelegt. Ein „Spineshank“ und „Pantera“; und ich freu mich schon auf
das neue Album von „A Place to bury Strangers“.
AbsynthetiK_: Die
letzten, die ich gekauft habe, waren „Venetian Snares“, „Soisong“
(mit Peter Christopherson von Coil) und ein „Peacemaker“ Splitalbum.
Und zu guter letzt noch „Bogdan Raczynski“.
Was bedeutet der
Albumtitel „Fragmentation“ für euch und welche Message verbirgt
sich dahinter?
AbsynthetiK_: Es
kann eine Menge bedeuten, aber als wir den Titel raussuchten, waren
wir durch eine Menge Scheiße gegangen, waren Leute aus der Band
ausgestiegen, auch von der Crew und andere haben uns richtig angepisst.
Wir hatten eine harte Zeit und wir waren im Zweifel, ob wir drei
überhaupt weitermachen könnten. So war der Name für mich
eigentlich
zwangsläufig, so wie man auch eine Festplatte defragmentiert und
man
dabei die leeren Stellen einfach mit Daten füllt, um alles dicht
und
nah beieinander zu packen.
Das
ist
das, was es mir bedeutet, diese Songs sind übrig gebliebenes
Material
einer vergangenen Epoche der Band, sie sind das, was wir einst
aufgezeichnet haben, Fragmente unserer Vergangenheit.
Könnt ihr uns
noch ein bisschen über euer Debüt erzählen, und
über euer Konzept und die Hintergründe?
Ersatz_: Einige
der Songs sind ziemlich alt und wir hatten keine spezifische
Richtschnur für das Album. Es ist eher ein Flickwerk. Wir haben
nur die
Songs behalten, mit denen wir zufrieden waren, die effektivsten,
aggressivsten, die, die ordentlich Energie geben und in sich
gewalttätig sind. Wir mögen das Ergebnis unserer Auswahl.
Ihr seid ja
bekanntlich Franzosen. Wird es auch einmal französische Texte
geben oder gab es sogar schon einmal welche?
Krank_: Le
problème avec le français c'est que peu de gens
comprennent cette
langue. En plus au niveau des textes, j'aurais tendance à trop
intellectualiser la forme. L'anglais me permet de limiter le contenu et
par conséquent de synthétiser au mieux la forme sans
changer le fond.
C'est un très bon exercice qui rend les textes plus adaptables
à la
musique. Mon envie est d'être compris pas forcément au
niveau du fond
mais au moins de la forme. Le seul mot de français dans
"Fragmentation", c'est le titre anhédonie.
So
hört sich das an, wenn wir französisch singen würden –
keiner kriegt die Aussage mit…Lach…
AbsynthetiK_: Das
Problem mit dem Französischen Gesang ist, dass man schnell
blöd
klingt, während man mit dem noch so beschissensten Englisch doch
irgendwie noch cool rüberkommt. Es ist weniger gefährlich!
Vielleicht
probieren wir mal einen Song auf französisch irgendwann, aber der
Text
muss dann schon arschgeil sein! Die einzigen, die das so hinbekommen
haben, sind für mich die “Young Gods” mit ihrer Punklyrik.
Auf dem Album
befinden sich elf Tracks. Wie hängen die Songs miteinander
zusammen?
AbsynthetiK_: Diese Songs sind miteinander mit einer
Art Fiberoptik-Technologie verbunden. So machen wir das halt.. Lach...
Welchen Zweck muss
Musik heutzutage in der Welt und Gesellschaft erfüllen?
AbynthetiK_: Ich
denke, Musik kann helfen, geradlinig zu sein und helfen, dem zu
entkommen, was „vorgegebenermaßen“ sein soll. Ich meine, wir
werden
andauernd belogen und betrogen in jedweder Hinsicht in unserer
„heutigen Welt“, und ich finde unsere Gesellschaft so böse und
schlecht, dass man sich kaum noch vorstellen kann, dass es jemals
besser werden kann... Ich höre eine Menge verschiedener Musik fast
die
ganze Zeit über und es hilft mir auch kreativ zu sein – in
vielerlei
Hinsicht erhöht es meine Empfindsamkeit. Aber nicht zu letzt: Was
wären
Parties ohne Rock’n’Roll, Mann?
Der
Pressetext beginnt mit folgenden Worten: "Download pain, it's time to
plug my hate". Welche Message streut ihr damit an die Audienz?
Krank_: Der
Satz ist aus dem Song „Fight O’Clock“ unserer ersten EP JigGeR. Den
kann man in vielerlei Hinsicht verstehen. Er bezieht sich auf Zeiten
als ich noch Teenager war und oft von anderen Jungs verdroschen wurde:
Die Tatsache, dass mir das oft passiert ist und die
Krankenhausaufenthalte obendrein, waren eine riesige Quelle von
Schmerz in mir, bis zu dem Tag, an dem ich mich in eine aggressive
Person verwandelte. Dann habe ich das Problem mit diesen Typen
gelöst.
Ich war bis dato eine ziemlich nette Person, aber danach sind die Dinge
anders gelaufen.
Generell
kann man das so verstehen, dass man Dinge, die man meint ändern zu
müssen, weil die Zeit zu handeln gekommen ist und man an dem Punkt
angekommen ist, wo man ihnen gegenübersteht und weiß, das
Abwarten
falsch ist, dann sollte man es nicht länger hinnehmen. Wenn ich
diesen
Satz umschreiben müsste aus heutiger Sicht, würde ich das
Wort „Hass“
gegen „Wut“ austauschen, weil es effektiver ist: Wut ist genauso stark,
aber weniger selbstzerstörerisch.
Gehen wir doch
einmal ein wenig auf ein paar einzelne Tracks ein:
Schon der Opener
„Overlord“ zeugt von Power und Dynamik. Teilweise kommt er sehr
aggressiv rüber. Wem ist dieser Track gewidmet?
Krank_: Die
Lyrics sind ein Statement über die Welt im letzten Jahrhundert und
sagt
aus, dass die Atombombe eine neue Ära eingeläutet hat,
genannt das
Reich der Neuen Sonne (New Sun Empire). Ein Reich, in dem
Technologie-Priester (Wissenschaftler) die Gott gegen Technologie oben
im Himmel ausgetauscht haben, und die Leute an der Kathodenpforte
gerichtet werden (TV) und der Pixelreligion folgen. Sie marschieren
stolz für die Wiedererrichtung einer Welt, die implodieren wird.
Der
Song ist definitiv dem 20. Jahrhundert gewidmet.
Der Track
„Proselytes“ ist am Ende sehr abgehackt, so als würde die CD
springen.
Ist dies bewusst geschehen oder ein Fehler vom Presswerk?
Ersatz_: Das
ist Lewsor, der Big Beat und Digital Hardcore-Meister, der unser
Album gemischt hat. Und wir mochten diese Idee total. Da ist keine
direkte Beziehung zwischen der Aussage des Songs und dem musikalischen
Arrangement, vielleicht abgesehen von der Ironie. Der Song
beschäftigt
sich mit einem Fließband, an dem Proselyten (Fremde) gemacht
werden:
„Hier stellen wir gute Fremde her“. Das funktioniert praktisch so, dass
es niemals aufhören kann, weil da ein binärer Rhythmus
läuft, bis
schließlich das ganze Fließband durch einen großen
Knall am Ende des
Songs zerstört wird.
Noch härter und
brachialer geht es bei „A Needle In Each Arm“ voran. Was wollt ihr uns
mit diesem Song vermitteln?
Krank_: Die
Lyrik dieses Songs ist eine Abrechnung mit der Todesstrafe mittels
Spritze wie sie in den USA besteht. Ich hatte die Idee dazu beim Sehen
einer TV-Dokumentation darüber. Der Song erzählt die
Geschichte eines
Verurteilten während der letzten Minuten seines Lebens, von seinem
Raum
bis zur Injektion. Was mich in der Doku beeindruckt hatte, war die
Parallele von Tod und Religion: Der Verurteilte sitzt in seiner Zelle
und wartet auf den Ton des Schlüssels im Schloss der
Zellentür:
„Jangling of lock told the knell“. Er läuft die Halle hinunter,
barfuss, in Richtung Hinrichtungsraum, wo er einen Tisch in der Form
eines Kreuzes sieht. „Is time for God to give up the cross of his own
son“. Dann legt er sich hin, wird auf dem Kreuztisch festgeschnallt
während ihm jemand Nadeln in beide Arme legt, als wären das
die Nägel
für Christus. Er kann nichts tun, als auf die Injektion zu warten.
Es
ist kein Song über Drogen, wie viele Leute denken...
AbynthetiK_: Und der Song ist cool live zu spielen.
„Anhedomie“ hingegen
ist eher ruhig und schafft Abwechslung. Worum geht es bei diesem Track
genau?
Krank_: Das
ist einer der auf uns selbst bezogenen Songs von DEXY CORP_. Er
beschäftigt sich mit Teilen meines Lebens: Nachdem ich eine
Überdosis
genommen hatte, hatte ich ein psychisches Problem, dass man Anhedonie
nennt. Das ist sein sehr spezieller und sehr beunruhigender Zustand.
Für mehr als ein Jahr konnte ich keine positive Energie
fühlen, während
alle negativen Emotionen mehr und mehr Raum in meinem Leben griffen.
Für jemanden wie mich, der eigentlich eine Frohnatur war, war das
die
Hölle. Ich lebte in einer unendlichen Gleichgültigkeit
gegenüber Spaß,
als ob ich mich nie wieder freuen können würde.
Ich
wollte
den Text nicht über die Gründe für die Anhedonie
schreiben, über Drogen
und das ganze Zeug, weil das in meinen Augen uninteressant ist. Deshalb
fokussiert sich der Text auf einen zufälligen Tag der Anhedonie,
auf
das, was ich da fühlte in diesen Momenten, wenn keiner den
emotionalen
Zustand verstehen kann, in dem man sich befindet, geschweige denn dir
jemand helfen kann. In Momenten wie diesen ist man dem Wahnsinn nah.
„DarkBliss“ kommt
gänzlich ohne Text aus. Welche Bedeutung hat dieser Track für
euch? Was vermittelt er uns?
Ersatz_: Das
ist ein Song, der einen kleinen Moment der Ruhe inmitten einer
quasi ununterbrochenen Gewaltorgie darstellen soll. Es wird langsamer,
man kann Luft holen. Aber keine Chance zu gewinnen, Mann! Ich mag diese
schräge und düstere Atmosphäre, die dieser Song
verbreitet. Es ist wie
die Fortsetzung von „Faceless“.
„Lie is Life“ – ein
schönes Wortspiel. Wer kam auf die Idee?
Krank_: Dieser
Song beschäftigt sich mit den Medien. Die Grundzüge sind
einfach, es ist eine Wiederholung von Worten, die sich auf
Gefühle
oder wiederkehrende Themen beziehen, die man beim Fernsehen erlebt:
Verliebt sein, Hass, Verlangen, Krieg und Religion. Das Ziel war es,
herauszustellen, wie Themen oder Ereignisse im TV verarbeitet werden
oder in den Nachrichten – wie in einem großen Theater. So ist die
Idee
dahinter, dass, falls das Leben sein soll, dann das meiste davon
Lügen
sind in Hinsicht auf den Fakt, dass Informationen Tatsachen und nicht
Meinungen sind. Nur sind heutzutage mehr Meinungen als Tatsachen in den
Nachrichten.
Wenn
wir
den Song live spielen, dass mach ich mir einen Spaß d’raus, den
Text an
die aktuellen News anzupassen, die mir beim Singen grad so einfallen.
Glaubt ihr, dass
Lügen eine unumgängliche Sache im Leben sind, wenn man
heutzutage Erfolg haben will?
AbynthetiK_: Ich
bin mir nicht sicher, ob es unumgänglich ist, aber es ist eine
Tatsache, dass das System, in dem wir leben, regelrecht möchte,
dass
wir lügen, um ein Teil davon zu sein. Wenn man z. B. das Beispiel
Vorstellungsgespräch nimmt, dann packst du dich selbst ja auch in
den
besten Anzug, dein Lebenslauf enthält vielleicht ein paar
Erfahrungen,
die du nie gemacht hast und du musst dich dem Arbeitgeber gut
verkaufen, weil es eben so läuft. Obwohl du weder dein bester
Anzug
noch diese falschen Referenzen bist. Frankreich ist besonders
hinterwäldlerisch in dieser Hinsicht.
„incandescent world“
ist ebenfalls ein sehr druckvoller und lautstarker Track. Wen wollt ihr
damit „erleuchten“?
Ersatz_: Und
mal wieder spielt die Ironie bei einem Song eine wichtige Rolle...
Dieser ist sowohl krachig als auch einprägsam, hat melodiöse
Vocals im
Refrain, aber furchtbaren Text. Krank_ spricht über apokalyptische
Landschaften, düstere Visionen – während die Musik recht
unbeschwert
ist. Die ambientartige Bridge im Song symbolisiert die
Nachdenklichkeit, von der man bei der Betrachtung dieser
leichengefüllten Landschaft erfasst wird. Hübsch, nicht war?
Der letzte
Track der Scheibe heißt „death plastic surgery“. Er sticht vom
Stil her
ein wenig vom Rest des Albums ab, was meiner Meinung nach an den
eingängigen Keyboards liegt. Wie ist dieser Song entstanden?
Ersatz_: Nun,
ich kann verstehen, dass der Song für die Leute doch recht heraus
fällt aus dem Schema der Platte, die DEXY CORP_ jetzt erst
für sich
entdecken, aber er ist doch Teil von dem, was wir schon immer gemacht
haben. Wir hatten einen anderen ähnlichen Song früher, wie
„B-Models“,
der ein früher Live-Hit war. Die Mischung von Techno-Beats,
sägenden
Gitarren und Keyboards ist nichts Neues, „Death Plastic Surgery“ kommt
quasi aus der selben Fabrik, wir wollten diesen Teil unserer
Attitüde
auch auf diesem Album bewahren, weil es auch cool ist, ein paar Songs
mit Hardcore-Dancefloor-Charakter zu spielen.
Ihr gebt ein paar
Konzerte in Frankreich. Werden wir euch auch einmal in anderen
Ländern zu Gesicht bekommen?
Oh ja,
wir
haben keine professionelle Bookingagentur im Moment, aber wir
können es
kaum erwarten, endlich mal in Deutschland zum WGT, in Belgien und der
Schweiz zu spielen. Das ist, was wir in den nächsten Monaten
vorhaben.
Das ist, warum wir Musik machen – um sie auf die Bühne zu bringen.
Deswegen sind wir auch immer voll dabei, wenn ihr Leute zu unserem Zeug
headbanged.
Wie schaut es
allgemein in eurer Zukunft aus?
AbynthetiK_: Totales Chaos auf dem Planeten E. Und ein
Haufen Konzerte, wo immer wir können!
Vielen Dank
für das Beantworten unserer Fragen! Ihr habt doch mit Sicherheit
noch
ein paar abschließende Worte für eure Fans da draußen?
AbynthetiK_: Hört auf nur rumzuhängen,
schafft was!
by PromoFabrik - Oktober 2009
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