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.:: Text Interview
b.o.s.c.h.
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Artist: b.o.s.c.h.
Interview:
zum neuen Album "Einsam''
Lucy interviewte Lutz von b.o.s.c.h. - einer noch sehr jungen und vom
Label Mjor Records entdeckten Industrial-Rock-Band aus Wilhelmshaven.
Was uns Lutz über einen Gastauftritt in Spielfilm von Martin
Semmelrogge und natürlich über das Album "Einsam" sowie
geplante Live-Auftritte zu berichten hat, könnt ihr im folgenden
Interview nachlesen.
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Hallo
Jungs, schön, dass wir heute ein wenig über „b.o.s.c.h.“ und
euer neues Album „Einsam“ plaudern können. Ich würde sagen,
wir legen auch gleich mal damit los ... Bosch, .... das erinnert sehr
an Bohrmaschinen und ähnliche Gerätschaften. Allerdings sind
bei euch die Buchstaben durch Punkte getrennt.
Was verbirgt sich
hinter diesem Namen?
Lutz: An dieser Stelle lassen wir mal Raum
für Interpretation. Vielleicht geben wir irgendwann mal bekannt,
wofür die Abkürzung steht. Doch zum jetzigen Zeitpunkt
wäre es noch zu früh dafür.
Hört man sich
die Songs auf MySpace an und natürlich auch die vom aktuellen
Album „Einsam“ so kommen einem Vergleiche wie Rammstein, Eisbrecher und
Megaherz in den Sinn. Habt ihr euch bewusst diese
Deutsch-Metal-Industrial-Nische ausgesucht?
Lutz: Das einzige, worauf wir uns festgelegt
haben, sind die deutschen Texte. Bei der Musik haben wir uns nie
festgelegt oder eine bestimmte Richtung anvisiert. Wir sind völlig
offen, was neue Songideen angeht und jeder versucht sich irgendwie
einzubringen. Momentan entsteht dabei der Sound, der auf "einsam" zu
hören ist.
Die
Gründungsmitglieder von b.o.s.c.h. sind Kai und Lutz. Es
gehören doch aber noch ein paar mehr Jungs zur Truppe. Welche sind
deren Bereiche?
Lutz: Zu b.o.s.c.h. gehören noch unser
Sänger Max, Ledde an der Gitarre und Dirk am Bass.
Eure Musik verbindet
handgemachte mit computergenerierten Sounds. Wer macht denn was bei
euch?
Lutz: Auf der Bühne bedienen wir alle eher
den handgemachten Part. Max und Kai teilen sich die Vocals, Ledde
spielt Gitarre, Dirk Bass und ich die Drums. Für die
elektronischen Elemente sind Kai mit Synthesizer und Sampler und ich,
ebenfalls Sampler, verantwortlich. Im Studio sind wir da nicht so
festgelegt und die tauschen die Instrumente auch mal durch.
Und wer schreibt die
Texte?
Lutz: Die Texte entwickeln wir meist spontan im
Studio in gemeinschaftlicher Arbeit.
Was beeinflusst euch
beim Schreiben der Songs und der Texte?
Lutz: Jeder von uns hat unterschiedliche
musikalische Vorlieben. Da gibt es von Jazz über Hiphop und EBM
bis hin zum extremsten Grindcore viele Bands und Stile, die unser
Songwriting beeinflussen. Bei den Texten lassen wir uns
hauptsächlich von unserem Umfeld inspirieren.
Gehen wir einmal ein
Stück zurück... Eure Bandbio liest sich wirklich sehr gut und
sie ist durchweg interessant. Wie könnt ihr eure Anfangszeit noch
mal in Kurzformat an unsere Leser / Hörer kommunizieren?
Lutz: b.o.s.c.h. war ursprünglich ein
Nebenprojekt von Kai und mir. Wir waren beide schon immer Fans von
computergenerierter Musik und haben uns während eines gemeinsamen
Konzertes mit unseren damaligen Bands einfach mal verabredet. Es
entstanden erste Songs, die wir dann später aus einer Laune heraus
auch live vorgetragen haben. Das kam ziemlich gut an und es folgten
weitere Konzerte und neue Songs. Nach der Veröffentlichung einiger
Songs auf Myspace , gab es ein enormes Feedback und wir haben
b.o.s.c.h. von da an als Hauptprojekt gesehen und die anderen Jungs mit
ins Boot geholt.
Ihr hattet, wie du
soeben erwähnt hast, von Anfang auch schon einiges an
Live-Auftritten. Bezeichnet ihr euch mehr als Studioband oder seid ihr
doch lieber und mehr auf der Bühne unterwegs.
Lutz: Ursprünglich war b.o.s.c.h. ja ein
reines Studioprojekt. Wir hatten gar nicht geplant unsere Musik live
vorzutragen. Die Auftritte kamen für uns eher zufällig. Live
war die Umsetzung der Songs als Duo eher ein Kompromiss und hatte
deswegen auch nicht so die Priorität wie die Arbeit im Studio.
Nachdem die anderen Jungs dazugekommen waren, mussten wir uns live
nicht mehr einschränken und konnten die Songs so
präsentieren, wie sie es verdient hatten. Seit dem lieben wir es,
auf der Bühne zu stehen. Der direkte Kontakt zum Publikum
motiviert uns extrem.
Ihr habt ja nun
gerade auch einen großen Sprung hinter euch, nämlich der zum
Label „Major Records“, die ja u. a. auch für Nitzer Ebb oder
beispw. Ladytron verantwortlich sind. Seid ihr auf das Label zugegangen
oder wurdet ihr quasi entdeckt.
Lutz: Hayo hat uns bei Myspace entdeckt und uns
kontaktiert. Wir haben uns getroffen, kennen gelernt und die
Zusammenarbeit war perfekt.
Und wie fühlt
man sich nun mit solch einem starken Label im Rücken?
Lutz: Bestens. Wir können uns echt
glücklich schätzen, dass wir so ein kompetentes und ehrliches
Label im Hintergrund haben.
Das Cover von
„Einsam“ ist echt schick! Wer hatte hierfür die Idee und wer hat
es letztendlich umgesetzt?
Lutz: Das Coverfoto ist von Circle 23, einem
befreundeten Fotokünstler aus den USA. Das Foto zeigt die
Performancekünstlerin Kali, ebenfalls aus den Staaten und
mittlerweile auch eine gute Freundin von uns.
Wenn man das
Coverbild anschaut und sich den Titel „Einsam“ dazu durch den Kopf
gehen lässt, denkt man schnell an so etwas wie „Hängen
gelassen“. Liege ich da richtig oder befinde ich mich mit meinen
Überlegungen komplett auf dem Holzweg?
Lutz: Da liegst Du richtig. Als wir das Bild
zum ersten Mal gesehen haben, kam für uns kein anderer Titel in
Frage. Der Song mit seinem technoid-morbiden Feeling wird von dem Bild
eins zu eins wiedergegeben.
So nun aber zu
den einzelnen Songs. Ich greife nun wahllos einfach einmal ein paar
heraus und ihr erzählt einfach mal ein bisschen etwas
darüber...
„God“ – Der
Texttitel ist englisch, die Samples auch, der Text ist aber deutsch.
Welcher Sinn verbirgt sich hinter dieser Mischung?
Lutz: God ist ein älterer Song, der in
seiner ursprünglichen Fassung ein Instrumental
war.
Wir haben erst später einen Text dafür geschrieben, wollten
aber aufgrund des englischen Samples nicht auf einen deutschen Text
verzichten.
Der Titelsong
„Einsam“... Inwieweit hat dieser mit den anderen Texten zu tun oder
gibt es da keine Verbindung?
Lutz: Abgesehen von der Grundstimmung, die bei
allen Texten ziemlich dunkel, böse und depressiv ist, haben die
Songs keine direkte Verbindung im Sinne eines Konzeptalbums miteinander.
Warum wurde das
Album ausgerechnet nach diesem Titel benannt? Es hätte doch
genauso gut „Schmerz“, „Spiegel“, „Ratten“, „Abwärts“ usw.
heißen können...
Lutz: In vielen Texten geht es indirekt um das
Alleinsein oder ausgegrenzt sein, jedoch war das Covermotiv
letztendlich ausschlaggebend für den Titel.
Jetzt beim
Aufzählen einzelner Titel, fällt mir auf, dass alle Titel
jeweils aus nur ein Wort bestehen. Hat das einen bestimmten Grund?
Lutz: Kurze und pregnante Lines sagen meist
viel mehr als Unmengen an Text. Kurze direkte Aussagen lassen uns mehr
Raum für die Musik.
Kommen wir noch zu
dem Titel „Mehr“, welcher sehr elektronisch beginnt und bei welchem es
scheint, dass die Gitarren sich eher um den Elektrosound bewegen, als
anders herum. Was könnt ihr uns zu diesem Stück berichten?
Lutz: Bei diesem Song war der Synthiethema die
ursprüngliche Idee und wir haben alles andere um dieses Thema
herum arrangiert. Manche Songs sind auf diese Art und Weise entstanden,
anderen Songs basieren auf einem Gitarrenriff.
„Neon“ wie
lässt sich dieser Begriff mit eurem Sound verbinden?
Lutz: Neonlicht ist technoid, morbide und kalt,
es lässt keinerlei Wärme und positive Gedanken zu. Unsere
Musik soll eine ähnliche Stimmung beim Zuhörer auslösen.
Der Song „Spiegel“
ist sehr verspielt, experimentell und eine Mischung aus verschiedenen
Stilelementen an sich. Warum erkennt der Spiegel einen nicht mehr
wieder?
Lutz: Spiegel ein Hybrid aus Rock und
elektronischer Musik, bei dem beide Elemente gleichberechtigt
koexistieren. Der Text nimmt dieses Thema auf und lässt den
Protagonisten durch den Spiegel zu seinem anderen, dunklen Ich
sprechen. Er muss feststellen, daß er zwei Seelen in sich
vereint, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Eine kleine
Homage an Jekyll & Hyde.
„Ratten“ beginnt
ähnlich verspielt wie „Spiegel“, dazu die rauen Vocals und fetten
Gitarrenriffs. Dann wieder melodische Breaks,... Erzählt einfach
mal, was hier so dahinter steckt.
Lutz: Wie bei "mehr" war hier das Elektrothema
die Ursprungsidee. In einer früheren Version hatte der Song eine
Länge von ca. 15 Minuten. Wir haben dann den Elektropart in der
Mitte enorm gekürzt um den Song auch Live umsetzen zu können.
Wer weiß, vielleicht bringen wir die fast rein elektronische
Ursprungsversion mal als Remix raus?
Gibt es ein
bestimmtes Schema, nach welchem ihr die Reihenfolge der Songs
ausgewählt habt?
Lutz: Nein, wir haben einfach versucht eine
Reihenfolge zu finden, die unserer Meinung nach den besten Flow hat.
Dabei konnten wir auch auf unsere Konzerte zurückgreifen, bei
denen wir viel mit unterschiedlichen Setlists experimentiert haben.
Mein absolutes
Lieblingsstück und irgendwie das I-Tüpfelchen ist
„Abwärts“, was meint ihr, woran könnte das liegen?
Lutz: Abwärts ist eine sehr rockige Nummer
mit starker Melodie und großem Finale, wobei der Aufbau eher
ungewöhnlich ist. Genau die richtige Nummer um das Album
abzuschließen.
Vorhin haben wir
schon einmal kurz auf die Bandbio zurückgegriffen, nun möchte
ich noch einmal auf diese zurückkommen. Denn diese macht beim
Lesen echt totalen Heißhunger darauf, was man mit und bei euch
LIVE erlebt. Man kann euch hören, sehen und fühlen... Das
sind ja gleich drei Dinge auf einmal... Erklärt uns das bitte noch
kurz.
Lutz: Wir versuchen das Feeling unserer Songs
auch optisch zu vermitteln, denn für uns ist die Optik mindestens
genauso wichtig, wie die Musik. Allerdings hängt das immer von der
jeweiligen Veranstaltung und den technischen Mitteln ab. Im Idealfall
haben wir perfekt abgestimmte Lichttechnik, viel Nebel und permanente
Videoanimation auf mehreren Monitoren oder auf einer Leinwand hinter
der Bühne. Wir selbst gehen geschminkt und mit passendem Outfit
auf die Bretter.
Und da wir gerade
vom Live-Spielen reden... Wo und wann bekommt man euch demnächst
zu Gesicht?
Lutz: Am 28.5. supporten wir Oomph in
Wilhelmshaven, dann wäre da z.B. noch das Dithmarscher
Rockfestival im August.
Was ist das
Peinlichste, was euch während eures Band-Daseins passiert ist?
Lutz: Wir waren für die Dreharbeiten zu
einen Film mit Martin Semmelrogge gebucht und haben dort einen Song auf
dem Pranger eines Burghofes performt. Nach den Dreharbeiten wollten wir
schnell los, da wir noch ne Menge Kilometer zu reißen hatten.
Blöderweise ist das Licht von unserem Transporter ausgefallen und
wir mussten nachts voll geschminkt Ersatzbirnen an einer gut besuchten
Tanke kaufen. Hast Du schon mal versucht, eine Birne bei neuen
Fahrzeugen zu wechseln? 5 böse Jungs standen also eine geschlagene
Stunde vor der geöffneten Motorhaube und haben sich zum
Gespött der Leute gemacht – PEINLICH
Gibt es etwas, womit
ihr im Leben nicht gerechnet hättet? Wenn ja, was?
Lutz: Definitiv das Feedback zu unseren Songs
auf Myspace. Gerade mit den vielen internationalen Anfragen haben wir
nicht gerechnet. Auch, dass wir als einzige deutschsprachige Band vom
Rolling Stone unter die besten Bands auf Myspace gewählt wurden,
haben wir so nicht erwartet.
Habt ihr denn noch
irgendetwas auf dem Herzen, was ihr loswerden möchtet?
Ein paar
abschließende Worte oder Wünsche??
Lutz: Wir wünschen uns natürlich,
dass unser Album gut bei den Leuten ankommt. Auch wollen wir uns bei
allen bedanken, die uns so tatkräftig unterstützt haben.
Lauter-Tiefer-Härter
b.o.s.c.h.
Vielen Dank für
das Interview und ganz viel Erfolg mit „Einsam“ und allem euren
zukünftigen Vorhaben.
Lutz: Vielen Dank!
b.o.s.c.h. @
Myspace:

http://www.myspace.com/boschmusic2
Order:

http://www.majorrecords.de
by
PromoFabrik - April 2010
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