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.:: Text Interview
Absurd Minds
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Artist: Absurd Minds
Interview:
zum neuen Album "Serve or Suffer''
Astrid & Dietmar interviewten Stefan und Timo von Absurd Minds. Was
es zum neuen Album "Serve Or Suffer" zu berichten gibt, warum die
Dresdener so lange darauf warten lassen haben und was das Musik machen
angeht, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.
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Vielen Dank an dieser Stelle an Stefan
und Timo sowie an Astrid und Dietmar für das Umsetzen des
Interviews.
Euer neues Album
trägt den Titel "Serve Or Suffer" ("Diene Oder Leide"). Welche
Überlegungen stecken hinter dem Titel? Beschreibt der Albumtitel
auch das Konzept des Albums und gibt inwieweit kann man den Titel
politisch interpretieren?
Stefan: Wir wurden schon in diversen
Interviews gefragt, was denn das Konzept des Albums sei. Dazu muss ich
als erstes anmerken, dass „Serve or Suffer“ kein reines Konzeptalbum
ist. Nicht alle Songs folgen einem übergeordneten Thema. Es gibt
jedoch den Titelsong, den wir thematisch im Artwork aufgegriffen haben
und nachdem wir dann auch ein visuelles Konzept für das
Coverartwork, hauptsächlich in Form dieses fiesen, kleinen
Charakters hatten, wurden wir wahrscheinlich unbewusst immer wieder auf
dieses Thema zurückgeführt. Um auf deine Frage
zurückzukommen. - Bei Serve or Suffer geht es natürlich nicht
um SM-Platitüden, sondern es geht speziell im Titelsong um Macht
und um eingeschränkte Freiheiten. Rousseau fordert im
Gesellschaftsvertrag die Selbstaufgabe des Individuums zu Gunsten der
Gesellschaft. Die menschliche Natur passt jedoch nicht richtig zu
diesen Gedanken, auch wenn sie teilweise lobenswert sind. Marx hat das
ja auch schon mal gewollt, und das ist mächtig daneben gegangen.
Die Praxis solcher Theorien sieht dann oftmals so aus, dass
einem
scheinbaren Möglichkeiten oder Alternativen aufgetischt werden die
nur einem Zweck dienen, - dich ausreichend klein zu halten. Wir hier im
Osten können uns daran noch gut erinnern und erkennen auch
Parallelen in anderen Gesellschaftsordnungen.
Die
Songs, die sich um das Thema Macht und ihre Facetten drehen, sind in
der Tat politisch interpretierbar, denn bei der Politik geht es
bekanntermaßen darum, wie man Macht bekommt, sich an ihr
hält und von ihr Gebrauch macht. Generell verstehen wir uns aber
nicht als Band der politischen Statements. Es gibt immer mehrere
Ebenen, wie man einen Text verstehen kann, nicht nur die politische.
Der gleichnamige
Song "Serve Or Suffer" kommt sehr clublastig daher und verspricht
Tanzgarantie. Ist dieser von euch als Clubhit geplant gewesen?
Stefan: So was kann man schlecht steuern. Wenn
wir das Geheimrezept zur Generierung eines Szenehits hätten,
wären wir wahrscheinlich kommerziell erfolgreicher. Vieles
geschieht intuitiv und folgt nicht Algorithmen, die man einfach
abarbeitet.
Wer hat das
interessante Artwork gemacht und welche Aussage steckt dahinter?
Stefan: Für das Artwork von Absurd Minds,
bin ich von Anfang an zuständig. Bei diesem Album erhielt ich
jedoch Unterstützung von Franziska Franke, einer sehr talentierten
Künstlerin, die im Bereich Conceptart, Matte Painting und
Texturing für diverse Spiele bzw. Filme tätig ist. Die beiden
Grafiken im Innenteil des Digipaks setzte sie nach meinen Vorgaben um.
Auf dem Album
bekommt man eine Cover-Version des Escape With Romeo-Klassikers
"Somebody" zu hören. Wie kommt man auf die Idee, einem
gitarrenlastigen Song ein elektronisches Gewand zu geben?
Stefan: Andere Frage: Warum sollte man dies nicht
tun? Dies ist ja innerhalb der Szene schon oft passiert. Uns hat der
Song und seine Stimmung, die er transportiert, gefallen. Ich hab ihn
für mich wiederentdeckt und mir gedacht, das will ich auch mal
interpretieren.
Wie wichtig ist euch
der Kontakt zu den Fans?
Timo: Für jeden Künstler, Musiker,
Maler etc., ist die Anerkennung seiner Arbeit das Allerwichtigste, denn
es ist Motivation zur Fortsetzung und legitimiert seine Form des
Schaffens.
Es ist
eine Symbiose, ein System, dem wir auch angehören.
Wir
wünschen uns für die Zukunft einen regeren Kontakt zu den
Menschen, die unsere Musik mögen, sind für Kritik und Lob
offen, denn jede Form eines Feedbacks ist lehrreich und fruchtbar.
Wir
haben oft das Gefühl, dass die Menschen sich nicht trauen uns
anzusprechen und möchten auf diesem Wege alle ermuntern es zu tun,
denn wir beißen nicht und sind im Allgemeinen ganz
umgänglich.
Auf eurer Webseite
kann man nachlesen, dass eure Bühnenkleidung aus dem "Abaddon
Mystic Store" kommt. Was kannst du uns zu dieser Kooperation
erzählen?
Timo: David, den Besitzer vom Abaddon, kennen
wir schon sehr lange. Er lebt genau wie wir in Dresden und hat auch
hier sein Geschäft.
Im
Zuge der Veröffentlichung unserer EP „The Cycle“ bot er uns
2006/2007 eine
Zusammenarbeit
in Form eines Sponsoring an, die wir auch in Zukunft fortsetzen wollen.
4 Jahre sind seit
dem letzten Release "The Cycle" vergangen. Davor wart ihr wesentlich
produktiver. Warum jetzt die lange Pause?
Timo: Innerhalb der letzten 4 Jahre haben in
unserem Berufsleben einschneidende Veränderungen stattgefunden.
Wir haben den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.
Damit
schrumpft die zur Verfügung stehende Zeit gewaltig, da man
geschäftlich rund um die Uhr am Ball bleiben muss.
Nach eigener Aussage
habt ihr "Zum ersten Mal ein Album von der ersten Note bis zum
Endprodukt ohne fremde Dienstleistung produziert." Wie war das? Bleibt
ihr jetzt unabhängig?
Timo: Serve or Suffer ist tatsächlich
unser erstes selbst produziertes Album, jedoch nicht die erste Arbeit,
die zu 100% in unserer Hand lag. Bei „The Cycle“ war das auch schon so.
Wir haben im Laufe der Jahre genug Equipment und Know-How gesammelt, um
diesen Schritt wagen zu können und sind mit dem Ergebnis
zufrieden.
Wir
haben seit einigen Jahren ein eigenes Studio, wo wir auch für
andere Bands mixen und mastern und möchten das auch in Zukunft
tun.
Ein
eigenes Studio hat den Vorteil, dass einem die Zeit nicht so im Nacken
sitzt, und die bedeutet bekanntlich Geld. Man kann im
Produktionsprozess Dinge überdenken, ausprobieren und sich ohne
Druck für etwas entscheiden.
Ihr habt in diesem
Jahr 15-jähriges Band-Jubiläum. Wie beurteilt ihr eure eigene
Entwicklung?
Timo: 15 Jahre sind eine lange Zeit, jedoch war
uns gar nicht bewußt, dass mittlerweile 10 Jahre vergangen sind,
seit unser erstes Werk das Licht der Öffentlichkeit erblickt hat.
Das
ist natürlich ein Grund zu feiern, aber wir werden das nicht in
unserem kleinen Kreis tun.
Sollte
jemand den Wunsch verspüren das mit uns zusammen tun zu wollen,
soll er sich melden.
Vielleicht
ein Veranstalter oder die Menschen, die wir treffen z. B. auf unseren
Konzerten.
Ansonsten
möchten wir das Erscheinen unseres Albums nutzen, in der
Öffentlichkeit präsenter zu sein. Da sind einige Sachen in
Planung. Genaueres gibt es zu erfahren, wenn es soweit ist.
Die
letzten zehn Jahre waren eine interessante Erfahrung. Die Anfänge
waren sicherlich geprägt von Unsicherheit aber auch Enthusiasmus
und dem Ausprobieren von Dingen, die unweigerlich mit dem Musik machen
verbunden sind. Wir haben an Sicherheit und Erfahrung gewonnen. Unsere
technischen Möglichkeiten haben sich verbessert und auch unsere
Musik ist reifer worden.
Man
kann uns mittlerweile schon zu den alten Hasen zählen und wir
möchten mit der Musik noch älter werden.
Ihr macht jetzt
zusammen 15 Jahre Musik. Schweißt das zusammen oder gibt es auch
mal Differenzen, weil Jemand etwas weiter entwickeln und in eine ganz
andere Richtung gehen
will?
Timo: Immer dann, wenn Menschen zusammen einen
Weg beschreiten, ein gemeinsames Ziel vor Augen haben, gibt es auch
Momente, wo Meinungen divergieren.
Da wir
uns als Freunde begegnen, wiegen diese Differenzen jedoch nicht schwer
und ein Konsens war und ist immer möglich.
Nach welchen
Kriterien entscheidet ihr, ob ein Song deutsch oder englisch wird?
Stefan: Die favorisierte Sprache war und ist bei
Absurd Minds stets Englisch. Sie ist international und für mich
besser innerhalb eines Songs zu handeln. Das bezieht sich auf
Rhythmik und Reim- bzw. Versmaß. Deutsche Songs platzen immer aus
den Nähten, weil darin soviel gebabbelt wird. Die Wortdichte ist
größer und der Song kann schlecht atmen. So empfinde ich es
zumindest. Es gibt natürlich auch hervorragende deutsche Songs.
Unser Szenehit „Herzlos“ war ja schließlich auch in unserer
Muttersprache vorgetragen.
Habt ihr noch ein
abschließende Worte?
Timo: Wir wollen die Chance nutzen, alle zu
grüßen und um Danke zu sagen, mit denen wir schon seit
Jahren zusammen arbeiten und in Freundschaft verbunden sind: Frank von
unserem Label Scanner, Peddy von unserer Bookingagentur neuwerk Music
Management, Alex und Alice, unsere Lightoperator, Left und Thomas,
unsere Soundengineers, David vom Abbadon, Nick und JP von Legacy of
Music, mit denen wir auf der Bühne zusammenarbeiten und
natürlich alle, die uns unterstützen und die, die unsere
Musik mögen.
DANKE,
DANKE, DANKE.
Order:

www.poponaut.de
Absurd Minds @ www:

www.absurdminds.de
Absurd
Minds @
Myspace:

www.myspace.com/absurdminds
by
PromoFabrik - April 2010
Interview:
Astrid Kerber & Dietmar Fels
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